AKTION KINDERHILFE MÜNSTER e.V.
Rundbrief März 2003
Aktuelles aus der Vereinsarbeit
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde der Aktion Kinderhilfe
Münster e.V.
Mit diesem Rundbrief übersenden wir Ihnen wieder den „Verwendungsnachweis“,
der Ihnen Auskunft über unsere Einnahmen und Ausgaben im Jahre 2002
gibt.
Im vergangenen Jahr sind zwei unserer langfristigen Unterstützungen
beendet worden. Zum einen ist das der Kindergarten in Kimberley in Südafrika
und zum anderen die beiden Kinderheime in Ancon bei Lima in Peru.
Der Kindergarten in Kimberley ist vor zwei Jahren aus der Trägerschaft
der Kirchengemeinde in die Verantwortung der Eltern übergegangen,
die -leider- ihre Aufgaben nicht entsprechend wahrgenommen haben. Zur
Zeit ruht der Kindergarten. Pfarrgemeinde, Bischof und Elternschaft beraten,
ob er wieder eröffnet werden kann. Das ist offensichtlich nicht nur
eine Geldfrage. Aus diesem Grund haben wir unsere Zahlungen eingestellt.
Wir haben allerdings signalisiert, falls es zu einer Weiterführung
des Kindergartens bzw. einer Vorschule kommt, werden wir -wenn nötig
und möglich- wieder dabei sein.
Mit dem 31.12.2002 ist unsere Unterstützung der beiden Heime Ancon
1 und 2 in Lima/Peru ausgelaufen. Die Hiltruper Missionsschwestern, die
diese Heime seit ihrer Gründung leiteten, haben sich zurückgezogen.
Die peruanische Organisation, die im Anfang beide Heime unterstützte,
aber als wir vor Jahren einstiegen kaum Hilfe leisten konnte, ist nun
wieder sehr aktiv, vor allem in der Mittelbeschaffung. Deshalb ist dort
unsere Unterstüt-
zung nicht mehr dringend notwendig. Unsere „Aktiven“, die
2001 beide Heime besuchten, konnten sich davon überzeugen. Aus diesem
Grunde haben wir in 2002 unsere Unterstützung auslaufen lassen.
In 2002 konnten wir neben unseren Dauerunterstützungen wieder mehrere
Einzelprojekte fördern, so z.B. in Madras/Indien den Erweiterungsbau
eines Krankenhauses in einem Slumgebiet mit 10.488,--€.
Am Stadtrand von Calicut/Indien benötigte eine Schule dringend eine
Wasserversorgung für die Kinder. Hier konnten wir mit 1.533,--€
helfen.
Die hauswirtschaftliche Ausbildung junger Mädchen und Frauen in Cochabamba/Bolivien
halten wir nach wie vor für sehr wichtig und unterstützen dort
19 junge Mädchen und Frauen mit 2.818,-- €.
Das Straßenkinderprojekt „Qqharikuna“ in Sucre/Bolivien
liegt uns nach wie vor sehr am Herzen, weil hier eine wirklich gute Arbeit
für die Kinder geleistet wird. Die Leitung des Projektes bemüht
sich sehr, finanziell unabhängig zu werden, aber es reicht immer
noch nicht, so daß wir hier mit 12.612,77 € eine Finanzierungslücke
ausgleichen mußten und konnten.
Eine dringend notwendige Erweiterung eines Speisesaales in einer Stadtrandschule
in Sucre/Bolivien haben wir mit 4.013,19 € ermöglicht.
Zum weiteren Ausbau eines Heimes und einer Bildungsstätte für
behinderte Kinder in Aiquile/Bolivien gaben wir 7.872,38 €.
Kinder, die keine Geburtsurkunde haben, existieren für den bolivianischen
Staat nicht und können weder einen Kindergartenplatz bekommen, noch
in der Schule angemeldet werden und auch nicht kostenlos im Krankenhaus
behandelt werden. So haben wir die Gebühren für 160 Kinder in
Sucre mit 2.622,32 € übernommen.
Unsere Partner in Sao Luis/MA/Brasil bauen ein Haus für Mädchen,
die auf der Straße leben. Hier konnten wir mit 5.000,-- € weiterhelfen.
Einen weiteren Baukostenzuschuß gaben wir für eine Schule für
gehörlose und hörbehinderte Kinder in Santa Rosa/RS/Brasilien.
Auch in Tirupati/Indien konnten wir mit einem Baukostenzuschuß von
3.000,-- € einer im Aufbau befindlichen Schule für behinderte
Kinder eine Anschubfinanzierung leisten.
Um weiter diese Unterstützungen für die Kinder in der „Dritten
Welt“ leisten zu können, damit sie eine bessere Ausgangsbasis,
einen besseren Start ins Erwachsenenleben haben, bitten wir Sie heute
erneut um Ihre finanzielle Mithilfe. Wir sind sicher, daß Sie uns
wieder und weiter unterstützen werden und danken Ihnen schon jetzt
für Ihr finanzielles Engagement.
Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hümer
Vorsitzende der Aktion Kinderhilfe Münster e. V.
Wir sind umgezogen:
Unsere neue Adresse lautet:
Aktion Kinderhilfe Münster e.V.
Rumphorstweg 71
48147 Münster
Tel./Fax: 0251/ 27 48 04
Email: akh.ms@t-online.de
Von Schubert bis Brahms zu Gunsten
der Aktion Kinderhilfe Münster .eV.

Bild 1: Blumen für das Trio (Foto: Cilly Heisterborg)
Gut 60 begeisterte Zuhörer folgten einem Benefizkonzert im Pfarrzentrum
Hl. Kreuz.
Regine Andres, Gesang, Ragnild Brinkhaus, Klavier und Marc Zieten am Cello
erzeugten mit ihrer Kammermusik besinnliche Stimmung zu Allerheiligen.
Den Künstlern war die Freude am eigenen Können anzumerken. Neben
lang anhaltendem Beifall am Ende des Konzertes war der Erlös von
600 € deutlicher Ausdruck der Zufriedenheit der Zuhörer.
Buchempfehlung
Michel Chossudovsky:
Global Brutal - Der entfesselte Welthandel, die Armut und der Krieg
Michel Chossudovsky macht in diesem Buch eine entschiedene Gegenrechnung
zu den Glücksverheißungen einer rein marktrationalen Globalisierung
auf. Er kommt in seinen Beispielen aus aller Welt immer zu demselben Schluss:
Die weltweite Handelsfreiheit führt mitnichten zur besten aller Welten,
sondern zu Unsicherheit, Armut und Krieg.
Wir empfehlen die Lektüre dieses Buches!
Wer - wie Sie und wir - den Blick auf die armen Kinder unserer Welt richtet,
darf die Wirtschaft der Zukunft nicht aus den Augen verlieren.
Das Buch ist im Verlag Zweitausendeins, Ffm erschienen und kostet 12,75€.
Kinderhilfe Münster-Stiftung gegründet
In den Rundbriefen Oktober 2001 und März 2002 wurde über die
Vorbereitungen zur Gründung einer Stiftung berichtet. Angesichts
der geringer werdenden Gesamteinnahmen sind zusätzliche und stabile
Vereinseinnahmen aus einer Stiftung besonders notwendig. Daher wurde bei
der Mitgliederversammlung am 21.11.2002 der erforderliche Gründungsbeschluss
gefasst. Die Überreichung der Stiftungsurkunde an den Vorstand erfolgte
am 14.03.2003 durch den Regierungspräsidenten Dr. Twenhöven
und wurde in den Tageszeitungen gebührend gewürdigt.
Doch jetzt fängt die Arbeit erst richtig an: Für Kontakte zu
potentiellen Stiftern wären wir unseren Mitgliedern und Spendern
sehr dankbar. Sie können uns als Förderer unseres Vereins besonders
glaubwürdig und kostengünstig bei der Gewinnung von Zustiftern
unterstützten. In Abweichungen von früheren Planungen haben
wir den Zustiftungsmindestbetrag auf 2 500 € erhöht, damit keine
Konkurrenz zu dem Verein unmittelbar zugewendeten Großspenden entsteht.
Potentielle Zustifter können auch außerhalb des Kreises der
Verwandten, Freunde, Kollegen und Bekannten gefunden werden. Warum sollten
wir nicht auch einmal die Ärzte, die wir als Patienten aufsuchen,
die Firmen, die wir beauftragen, die Filialleiter, bei denen wir einkaufen,
auf einen Beitrag zur Stiftung oder eine Förderung des Vereins ansprechen?
Zusätzliches Informationsmaterial können Sie für diesen
Zweck bei uns anfordern.
Liebe Mitglieder und Spender, ein solcher Einsatz ist uns ebenso wichtig
wie Ihre finanzielle Förderung der Vereinsarbeit. Gerd Grahlmann
Eine Bitte unserer Buchhaltung:
Geben Sie bitte immer Ihre vollständige Anschrift auf dem Überweisungsträger
an, damit wir Ihnen die Spendenquittung ordnungsgemäß ausstellen
können.
Vielen Dank!!
Mitgliederversammlung 2002
Am 21.11.02 fand turnusgemäß unsere Mitgliederversammlung
statt. Hier das Wichtigste in Kürze:
17 Mitglieder und 2 Interessierte waren erschienen. Nach dem Bericht über
die in 2000, 2001 und 2002 geleistete Arbeit, insbesondere nach dem Bericht
des Schatzmeisters erfolgte eine kurze Aussprache. Danach wurden die Vorsitzende
und der Schatzmeister einzeln, sowie der Vorstand und das Aktionskomitee
entlastet. Frau Hümer wurde erneut zur Vorsitzenden gewählt,
ebenso wurde das bisherige Aktionskomitee erneut bestätigt, das dann
in seiner ersten Sitzung den Vorstand wählte und zwar:
Herrn Heinrich Fischer als stellvertretender Vorsitzender, Herrn Gerd
Grahlmann als Schatzmeister, Frau Ingrid Demming als Schriftführerin
und Frau Petra Bröcker als Pressesprecherin.
Die vom Vorstand der Mitgliederversammlung vorgeschlagene Einrichtung
einer Stiftung wurde nach kurzer Diskussion mit 15 JA-Stimmen und 2 Enthaltungen
angenommen.

Bild 2: Der wiedergewählte Vorstand
von links: Heinrich Fischer, Petra Bröcker, Barbara Hümer,
Gerd Grahlmann, Ingrid Demming (Foto: Grahlmann)
Musikgruppe Canto Sur aus Bolivien gastiert im Mai 2003 in Münster
Die sozial engagierte Musikgruppe „Canto Sur“ aus Sucre,
Bolivien, konzertiert am 21. Mai 2003 um 18.00 Uhr im Schloßgarten
zu Münster. Die Aktion Kinderhilfe Münster hat die Gruppe eingeladen
und hofft natürlich auf reges Interesse bei der Bevölkerung.

Bild 3: Kinder in der Werkstatt von Canto Sur (Foto: Canto Sur)
Vicente Vargas, der Leiter der Gruppe „Canto Sur“ schreibt
über die „soziokulturelle Situation“ in Bolivien:
„In den vergangenen Jahren gab es in Bolivien sozialpolitische Ereignisse
mit enormen Auswirkungen: u.a. durch Umbau und Privatisierung der Wirtschaft
im Bergbau, der Ölproduktion, des Verkehrswesens, steigende Arbeitslosigkeit
mit starker Migration in die städtischen Zentren und vom Hochland
ins Tiefland. Das betrifft die ohnehin am Existenzminimum lebende Landbevölkerung
am stärksten. So findet auch in der Stadt Sucre ein ständiger
Zuzug statt, der zu immer neuen Ansiedlungen am Stadtrand, den sogenannten
barrios (Elendsviertel) führt. Bei der Suche nach einem vermeintlich
besseren Leben können die Landbewohner (campesinos) ohne ausreichende
Erziehung und Bildung, ohne Beruf, mit der städtischen Bevölkerung
nicht konkurrieren. Ganze Familien werden dadurch sozial entwurzelt. Alle
Mitglieder müssen zum Lebensunterhalt beitragen, die Kinder vom frühen
Alter an durch Schuhputzen, Autowaschen, Zeitungen verkaufen oder Weiterverkauf
anderer Produkte (Getränke, Süßigkeiten...). Die Not um
die Existenz und die Illusion eines vermeintlich erträglicheren Lebens
in der Stadt endet für die meisten in der immer größer
werdenden Gruppe der Armen. Der Kulturschock Land-Stadt bedeutet nicht
zuletzt den Verlust auch der kulturellen Identität. Das betrifft
wiederum Kinder und Jugendliche am schlimmsten, die ohne Orientierung
und Motivation leicht Opfer von Alkoholismus, Kriminalität und Drogen
werden.
Die Musikwerkstatt „Canto Sur“ (im barrio gelegen) möchte
mit ihrem Angebot diese Kinder und Jugendlichen erreichen und mit ihrem
Programm eine Alternative, Perspektive und Stärkung der kulturellen
Identität anbieten: Instrumentalunterricht, Herstellen von Instrumenten,
und durch Musik und Tanzgruppen zu einer aktiven Gestaltung des Lebens
in den Vorstädten beitragen.
In der Musikwerkstatt lernen, üben und feiern zur Zeit an die 100
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Panflöte und Charango: ein
Kampf gegen die Armut, eine Stärkung des Selbstwertgefühls und
eine Hoffnung für eine bessere Zukunft...Viele Menschen erreicht
„Canto Sur“ über die Musik in ihrer bolivianischen Heimat.“
Bleibt zu wünschen, dass ihr Auftritt in Münster auch bei uns
viele Menschen erreicht...
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