Aktion Kinderhilfe Münster e.V.

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AKTION KINDERHILFE MüNSTER e.V.

Rundbrief März 2006
Aktuelles aus der Vereinsarbeit

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde der Aktion Kinderhilfe Münster e.V.

auch in diesem Frühjahr wollen wir Ihnen wieder eine Übersicht über die ge-leisteten Hilfen des vergangenen Jahres geben. Neben unseren festen Unter-stützungen konnten wir auch einige Einzelprojekte fördern bzw. auf den Weg bringen.
Nach wie vor halten wir die Schulbildung der Mädchen in Afghanistan für sehr wichtig. So haben wir den Erweiterungsbau einer Mädchenschule in Zentralafghanistan mit 7.000 Euro unterstützt.
In Indien hat P. Zacharias mit dem Bau eines Wohnheimes für die Kinder von Wanderarbeitern begonnen (s. Rundbrief Okt 2005). Mit 12.000 Euro haben wir das Projekt unterstützt. Wer weiß, welche Wünsche bzw. Notwendigkeiten darüber hinaus an uns herangetragen werden! Br. Wilfried Langer (Weißer Vater) arbeitet in Mali und erzählte uns bei einem Heimatbesuch von dem Los der Säuglinge, deren Mutter stirbt.
Auch den Opfern von zwei großen Naturkatastrophen des Vorjahres konnten wir helfen. Die Tsunami-Opfer in Sri Lanka erhielten projektgebundene Spenden in Höhe von insgesamt 27.861 Euro für den Wiederaufbau von Familienhäusern. Eine weitere große Katastrophe - das Erdbeben in Pakistan/Kaschmir - hat besonders die Landbevölkerung in den Bergen betroffen. Vor Wintereinbruch haben wir für 5.900 Euro warme Winterkleidung und Decken mit der "Humanity-Care-Stiftung" nach Kaschmir geschickt.
Um auch in diesem Jahr unsere mehrjährigen Hilfszusagen weiter leisten zu können, aber auch um neue Hilfsprojekte finanziell zu unterstützen oder "anzuschieben", sind wir auf Ihre Spenden angewiesen.
Deswegen bitten wir Sie erneut um Ihre Spende und vertrauen darauf, dass Sie "auch wieder dabei sind" und unsere Arbeit mit Ihrer Spende unterstützen. Schon jetzt danken wir Ihnen dafür.

Mit freundlichen Grüßen
B.Hümer
Vorsitzende der Aktion Kinderhilfe Münster e. V

 

 

Rettung verwaister Säuglinge in Tominian / Mali

Im vorletzten Jahr berichtete uns Bruder Wilfried Langer von den Weißen Vätern anlässlich eines Heimatbesuches bei einem Zusammentreffen mit einigen Aktiven unseres Vereins: In Tominian / Mali haben drei Schwestern eines malischen Ordens ein kleines Kinderheim für Säuglinge verstorbener Mütter eingerichtet. Immer mehr Väter akzeptieren nicht den (von der Not diktierten) "Brauch", den noch überlebenden Säugling mit ins Grab zu legen. Möglichst noch als kleine Kinder sollen sie dann von der Verwandtschaft aufgenommen oder im Umfeld adoptiert werden. Eine Adoption fand bereits statt. Mit 1 000 Euro haben wir dieses Kleinkinder-Waisenheim unterstützt, inzwischen werden nicht nur drei, sondern 12 Kinder versorgt: 3 Kinder können nicht in ihre (Groß)-Familien zurück, 4 werden wieder aufgenommen und bei 5 Kindern ist der Verbleib noch ungewiss. Derzeit kommt Bruder Wilfried noch mit dem Geld aus, wenn es jedoch knapp wird, will er sich melden. Er sandte einige Fotos.

Hier ein wörtlicher Auszug aus seinem Bericht vom 16.12.2005:
"In Tominian fand ich die kleine Gesellschaft bei guter Gesundheit. Zwölf Kinder sind es, davon war eines in einer Familie, die es später vielleicht ganz übernimmt. Die Schwester sagte mir, dass einige Kinder ganz von der Familie verstoßen sind und zur Adoption freigegeben werden sollen. Andere bekommen Besuch von ihren Angehörigen, und wenn sie größer sind und Gras über die leidige Sache vom Tod der Mutter gewachsen ist, können die Kinder wieder in ihre Familien zurück. Diese Kinder werden von den Verwandten besucht und unterstützt, indem die Schwester Seife, Holzkohle, Hirse, Bohnen oder Blätter für die Soßen bekommt, und auch kleinere Geldsummen. Manche Familien schicken ein junges Mädchen für einige Zeit, um der Schwester zu helfen. Die Schwester stellt jeden Monat für 25 000 cfa Kindernahrung her. Dazu mischt sie Hirse, Bohnen, Pulver von Affenbrotbaumfrüchten, Zucker und was weiß ich was alles nach einem hier viel angewandten Rezept. Viele Schwestern in Mali und Burkina stellen diese Babynahrung in ihren Sozialzentren her. Sicher auch in anderen Ländern. Ich habe 20 Säckchen davon gekauft für die Kinder meines Mitarbeiters, der den kleinen DieudonnČ aus Tominian adoptiert hat. Die Kinder sind ganz verrückt auf das Zeug. Ich gebe der Schwester regelmäßig Geld für den Unterhalt der zwölf Kinder. Im Allgemeinen sind das 80  100 Euro im Monat. Das ist auch für Milch, also Babynahrung für die ganz kleinen von 0 bis 3 Monaten, dann von 3  6 Monaten. Hinterher bekommen sie keine teure Milch mehr, sondern eben das hauseigene Kraftfutter. Und das scheint ihnen ganz gut zu tun."

In 2007 will eine kleine Gruppe von Aktiven des Vereins (auf eigene Kosten) zu Projektbesuchen nach Mauretanien / Nuakaschott zu Bischof Happe (aus Sendenhorst) und nach Mali / Pel und Tominian fahren. Diese Dörfer liegen in der Nähe von Mopti, wo Bruder Wilfried lebt.

 

Bei privaten Feiern die Kinderhilfe fördern

Im Märzrundbrief 2004 hatten wir zuletzt einen guten Grund zu berichten, wie durch Verzicht auf persönliche Geschenke ein konkreter Nutzen für hilfsbedürftige Kinder gestiftet werden kann. Anfang dieses Jahres sind bei zwei runden Geburtstagen von dem Verein nahe stehenden Personen erhebliche Förderbeträge zusammengekommen, die einen weiteren Hinweis auf diese Form des Feierns nahe legen. Dass wir bei hinreichender Adressenangabe diesen neuen Spendern die nächsten 6 Ausgaben unseres Rundbriefes mit Informationen aus der Vereinsarbeit zusenden, ist für den Verein ein erwünschter Nebeneffekt. Wir können so sehr preiswert und sachlich für unsere Arbeit werben. Wenn Spender nach 3 Jahren noch keinen Grund für eine weitere Spende sahen, erhalten sie mit der sechsten Ausgabe ein Anforderungsblatt, mit dem sie die Informationen auch ohne weitere Spende erhalten. Ohne die Rücksendung des Blattes endet die Zusendung. Dieses Verfahren fördert die Bereitschaft zur Adressangabe und spart Kosten.

Das Foto zeigt die von uns bereitgestellte Spen-denbox, in die vorbereitete Briefumschläge und Überweisungsträger eingeworfen werden können, und Informati-onsmaterial im Ein-gangsbereich des gast-gebenden Hauses. Auf Wunsch kann auch eine Ausstellungswand über ein Projekt und/oder über den Verein aufgebaut werden
(Vgl.http://www.aktionkinderhilfe.de/akt_ausstellungswaende.html). Die erwähnten Jubilare haben gern auf Aufmerksamkeiten für ihre Person verzichtet "Man hat ja schon alles" und sind dankbar, dass die Bereitschaft zum Schenken der Förderung der Kinderhilfe zugute kam. Wollen sie es nicht auch mal versuchen?
Rufen Sie uns an! Tel.: 0251/ 27 48 04 (evtl. Anrufbeantworter)
Wir informieren Sie ausführlich!
Wir rufen gerne zurück!

 

Infostand mit neuem Gesicht

Wenn Sie am Samstag in die Stadtbücherei gehen, fällt ihr Blick auf strahlende, dunkle oder auch melancholisch blickende Kinderaugen. Ein "Blickfang", Fotos, die die Informationstafeln unseres Vereins abrunden.

Die Idee für diese neue Standgestaltung stammt von der Studentin Sabrina Sch. und wurde zusammen mit Petra Br. realisiert.

So können wir in Kürze über die Aktivitäten der Kinderhilfe informieren, wirklich Interessierten auch ausführlich über die Hilfsmaßnahmen berichten. Um ehrlich zu sein: viele gehen achtlos vorbei, schließlich weiß man um die Not in der Welt Bescheid. Und statt der fair gehandelten Schokolade, den Tees und Kaffees mit Trans-fairsiegel bieten wir nun "trockenes" Papier und Gespräche. Aber ein umfas-sendes Angebot von Waren, die für die Erzeuger bessere Löhne und gerechtere Arbeitsbedingungen bieten, finden Sie ein paar hundert Meter weiter auf der Frauenstraße bei "La Tienda".
Kaffee mit dem Siegel wird auch bei Edeka, Rewe, Karstadt, Cibaria, Krimphove oder im Biosupermarkt angeboten. Haben Sie schon einmal daran gedacht, im Laden in Ihrer Nähe nachzufragen, welche fair gehandelten Produkte Sie bekommen können? Noch immer ist leider das Angebot nicht umfassend, für solche Einkäufe (Getreideprodukte, Gewürze, Honig, Süßwaren, Wein u.a.) ist außer "La Tienda" noch die Fair-Handelsgesellschaft auf der Weselerstr. 683 für Sie da. www.fair-handel.de Wir jedenfalls freuen uns über jeden Besucher, dem wir in einem kurzen Ge-spräch von den Kindern in den von uns betreuten Projekten berichten können. Vielleicht können Sie auch ohne die gekaufte Tafel Schokolade etwas "mit nach Hause nehmen".

 

Steilvorlage für fairen Handel

Was hat Fußball mit Kaffee zu tun? So viel: Der brasilianische Schalker Fußballprofi Marcelo Bordon engagiert sich in seinem Heimatland. Er findet es wichtig, dass die Kaffeebauern einen fairen Preis für ihre Produkte bekommen, und hat die Chefs bei Schalke 04 überzeugt. Mit der Kampagne "Schalke spielt fair" wird im Stadion fair gehandelter Kaffee in weiß-blauen Tassen und Tüten verkauft, womit ein Beitrag zur Existenzsicherung der Kleinbauern in Lateinamerika geleistet wird. - Und was ist mit fair gehandelten Rosen gemeint? Das kann man z.B. in 500 Märkten der Kaiser- Tengelmann- Gruppe entde-cken. 3 Milliarden Euro gaben die Deutschen im letzten Jahr für Blumen aus. Blumen, die auf den Produktionsfarmen für einen Hungerlohn angebaut und unter erheblicher Pestizidbelastung der Arbeiter behandelt wurden. "Fairfleur" ist ein Etikett, das auf verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung hinweist. Das sind zwei Beispiele für fair gehandelte Produkte in großem Stil. Wenn auch die Aktion Kinderhilfe zugunsten von Projektinformationen am Stand in der Bücherei z.Zt. keine fair gehandelten Waren mehr anbieten wird, so ist es doch für die Kleinbauern in Lateinamerika, Asien und Afrika lebenswichtig, ihre Produkte zu fairen Preisen zu verkaufen. Dabei helfen vor allem die sog. "Weltläden" und inzwischen auch etliche Supermärkte. Machen Sie also Ihre Wünsche in Ihrem Supermarkt deutlich, damit das Angebot zunimmt und nutzen Sie das Engagement der "Weltläden" für gerechtere Anbau- und Handelsbedingungen. Die MZ berichtete in ihrer Ausgabe vom 17. Dezember 2005 von der Aktion "Kaschmirhilfe". Zu ihrer Information drucken wir den Beitrag nachfolgend

 

Hilfe für Kaschmir läuft Hand in Hand
Humanity Care und Kinderhilfe Münster engagieren sich für Erdbebenopfer Münster

Angesichts der Not der Erdbeben- und Winteropfer in Kaschmir fanden mit Humanity Care und der Kinderhilfe zwei Nicht-Regierungs-organisationen aus Münster zu einer schnellen und effizienten Zusammenarbeit in der Katastrophenhilfe.

Barbara Hümer und Folker Flasse bei der Anlieferung der letzten Kaschmir-Hilfspakete und Übergabe eines Schecks als Luftfrachtkostenzuschuss am FMO. Foto: PD

Bei Humanity Care wurden Stiftung und Förderverein parallel gegründet. Stiftungssitz ist auch Pakistan mit Helfern vor Ort. Präsident Folker Flasse hat als früherer Flugzeugführer und Diplomat hervorragende Kontakte zu Pakistan und zum Flugwesen. Bei der Kinderhilfe Münster wurde 1967/68 zuerst der Verein und 2003 die Stiftung gegründet. Nach anfänglicher (Kriegs)-Katastrophenhilfe in Biafra und Vietnam finanziert der Verein inzwischen überwiegend dauerhafte Selbsthilfemaßnahmen in den Kontinenten Lateinamerika, Indien und Afrika. Entwicklungshelfer und Ordensleute aus dem Münsterland sind Kontakt- und Gewährsleute vor Ort, die beim Heimaturlaub engagiert berichten. Vorsitzende von Verein und Stiftung ist Barbara Hümer. Gemeinsam ist Humanity Care und Kinderhilfe die effiziente Nutzung priva-ten Engagements mit der Folge besonders niedriger Werbungs- und Verwal-tungskosten. So werden etwa Reisen zu den Hilfsorten grund-sätzlich selbst bezahlt. Die Aktion Kinderhilfe hat aus Erträgen der Kinderhilfe Stiftung kurzfristig 5000 Euro für die Kaschmir-Nothilfe durch den professionellen Kaschmir-Helfer Humanity Care bereitgestellt. Fast sechs Kubikmeter warme Decken und Kleidung wie Schlafsäcke, Kinderanoraks und Handschuhe wurden von Flasse günstig eingekauft oder als Spenden von Firmen und Privatpersonen gesammelt. Eine kürzlich eingegangene 900-Euro-Spende einer Windkraftfonds-Jugend-Stiftung an die Kinderhilfe-Stiftung überreichte Hümer am FMO an Flasse. An der Verteilung der warmen Decken und Kleidung in Kaschmir werden unter anderem Heeresflieger aus Rheine beteiligt, die vor Ort Hilfseinsätze fliegen.

 

Impressionen von einer Burundireise im Januar 2006

Auf eigene Kosten machten sich zwei Mitglieder der Aktion Kinderhilfe auf den Weg, um die Republik Burundi - sie gehört zu den kleinsten Ländern Afrikas und zu den ärmsten Staaten der Welt - zu besuchen. Burundi ist ein vom ca. zehnjährigen Bürgerkrieg gebeuteltes Land. Der Krieg hat fast zum völligen wirtschaftlichen Niedergang geführt. Über 50 Prozent der Menschen leben hier unter der Armutsgrenze. Anders als das Nachbarland Ruanda erhält Burundi derzeit kaum internationale Hilfe, obwohl die Probleme fast identisch sind: Hunger, Arbeitslosigkeit, Malaria und als Folgen der Gewalt, Flucht und Vertreibung, große Angstzustände und viele, viele Kriegs- und Aidswaisen. Also ein Fass ohne Boden!? Nein, denn die Menschen haben Hoffnung. Sie wollen ihr Land wieder auf-bauen. Sie haben Vertrauen in den neu gewählten Präsidenten, Pierre Nkurunziza, der schon in den ersten Monaten seiner Amtszeit tatkräftig gegen die Korruption vorgeht. Die Eltern in Burundi schicken zunehmend ihre Kinder in die Schulen. Die Schüler müssen nun aber eng zusammenrücken: statt zwei Kinder sitzen jetzt drei in einer kleinen Bank. Doch sie sind stolz, dass sie zur Schule gehen dürfen und lernen begeistert. Die Lehrer haben sehr viel zu tun, müssen am Vormittag und Nachmittag unterrichten, sie verdienen umgerechnet 35 Euro pro Monat. Und das ist auch in Burundi zu wenig. Doch darüber klagen sie nicht, sondern viel mehr darüber, dass es viel zu wenig Klassenräume und zu wenig Lehrer gibt.
Die AKH wird in ihren nächsten Sitzungen prüfen, wie sie Kindern in diesem Land helfen kann. Im Oktoberrundbrief werden wir ausführlich darüber berichten


Eine Bitte unserer Buchhaltung: Geben Sie bitte immer Ihre vollständige Anschrift auf dem überweisungsträger an, damit wir Ihnen die Spendenquittung ordnungsgemäß ausstellen können. Wenn Sie umziehen, sollten Sie uns Ihre neue Anschrift auch mitteilen. Vielen Dank!!

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