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Jubiläumsrundbrief Mai 2008
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde der Aktion Kinderhilfe Münster e.V.,40 Jahre Hilfe für die benachteiligten Kinder in den armen Ländern unserer Welt - das ist ein Grund, einmal in einem größeren Rahmen Rückschau zu halten.
Dabei werden uns Schw. Maria Goretti - Olper Franziskanerin aus Sao Luis/Brasilien, Frau Brigitte Pleyer aus Sucre/Bolivien und Herr Michael Scholz aus Limulunga/Sambia unterstützen.
Aber alle Arbeit in den Projekten vor Ort, und unsere Arbeit hier wäre ohne Ihre Spenden nicht möglich. Deswegen möchte ich mich in besonderer Weise für Ihre Treue bedanken. Jede noch so kleine Spende ist uns willkommen, denn - steter Tropfen höhlt den Stein!Ich lade Sie ein, am 30. und 31. Mai 2008 mit Musik, Texten und Bildern die 40 Jahre in Erinnerung zu rufen.Besonders erwähnen möchte ich unsere „aktiven Mitglieder“, die sich in Vorstand und Aktionskomitee einbringen. Es ist nicht nur der Zeitaufwand für die monatlichen Sitzungen, sondern jeder übernimmt noch zusätzliche Aufgaben.
Dafür auch ihnen eine herzliches Danke für ihren Einsatz.Wir alle würden uns freuen, wenn Sie recht zahlreich an den Veranstaltungen am 30. und 31. Mai 2008. teilnehmen.
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Mit freundlichen Grüßen
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Vorsitzende der Aktion Kinderhilfe Münster e. V
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Glückwunschadresse für „Aktion Kinderhilfe Münster“

Euer Vereinsname ist zugleich Programm und Verpflichtung:
Hilfe für Kinder, vom westfälischen Münster ausgehend in die weite Welt. Das macht Ihr seit vierzig Jahren, unermüdlich, vorbildlich und engagiert. Zu dieser so erfolgreichen Kontinuität gratuliert der Freundeskreis Afghanistan ganz herzlich!
Gewiss ist es betrüblich, dass nach vierzig Jahren die Not vieler Kinder immer noch riesig groß ist. Das beharrliche Engagement der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. zeigt jedoch, dass Veränderungen möglich und unsere gemeinsamen Hoffnungen für eine bessere Welt nicht vergeblich sind.
Der Freundeskreis Afghanistan ist der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. seit vielen Jahren verbunden. Wir sind sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung der Bildungsprojekte in Afghanistan. Diese Kinder werden eines Tages die Zukunft ihres geplagten armen Landes mitbestimmen und gute Schulbildung ist dafür die wichtigste Voraussetzung. Zusammen mit der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. können wir hoffentlich auch weiterhin unseren Beitrag dazu leisten.
Vor über vierzig Jahren habe ich im afghanischen Sprachunterricht etwas ganz Schönes gelernt: „Monda na boschi senda boschi“, das ist der Gruß, den die Reiter der Kamelkarawanen miteinander austauschten, wenn sie sich auf ihrer langen Reise durch Steppen und Wüsten begegneten: „Sei nicht müde lebe lange !“
Das soll auch mein Wunsch an Euch sein, werdet nicht müde!

Elmar Krammig
für den Freundeskreis Afghanistan e.V.
Einladung
zum 40jährigen Jubiläum der Aktion Kinderhilfe Münster e.V.
am Freitag, 30.5.2008 um 18.00 zum Schlossgartenkonzert
und am Samstag, 31.5.2008 ab 15.00Uhr zum Begegnungstag im
Pfarrzentrum Hl. Kreuz, Maximilianstr.59
Liebe Freunde und Förderer der Aktion Kinderhilfe Münster e.V.!
Ja, „unser“ Verein ist in die Jahre gekommen. Und wir mit ihm. Unsere Haare sind dabei grau geworden, der Verein aber hat sich eher verjüngt. Wir im Aktionskomitee haben uns in vielen Diskussionen und Seminaren auf die Veränderungen in der Entwicklungsarbeit eingestellt. Am Anfang der Arbeit für Kinder in der damals so genannten 3. Welt wurden vorwiegend Almosen verteilt. Das war der Ausdruck der damaligen Zeit. Mit den Jahren haben wir erkannt, dass „Hilfe zur Selbsthilfe“ effektiver ist und die Würde der Menschen achtet, denen geholfen werden muss.
Drei Beispiele davon können Sie an diesem Tag erleben. Wir haben zu unserem Jubiläum einige unserer Partner eingeladen, die von ihrer Arbeit erzählen werden; mutige, engagierte Menschen, die Sie sicher beeindrucken werden.
Da wird z.B. Frau Brigitte Pleyer sein. Sie arbeitet in Sucre/Bolivien mit 40 Jungen, die sie von der Straße geholt hat. Sie weiß spannende Geschichten von „ihren“ Jungen zu erzählen und hat immer wieder Ideen, deren Erziehung und Versorgung zu finanzieren. Dabei bezieht sie ihre bolivianischen Partner mit ein.
Da werden wir Herrn Scholz treffen. Seine Frau stammt aus Sambia. Viele ihrer Familienangehörigen starben an Aids. Diese beiden ermöglichen mit Liebe und Kreativität den hinterbliebenen Generationen in ihrem Dorf ein gutes Zusammenleben.
Da wird Schwester Maria Goretti sein, die im Norden von Brasilien Mädchen ein Zuhause gibt und sie für ihr späteres Leben ausbildet.
Sie sind herzlich eingeladen, mit uns diese 40 Jahre, aber auch die Gegenwart und die Zukunft der Arbeit zu betrachten. Viele von uns sind von Anfang an dabei, aber natürlich gibt es auch neue Mitglieder, die sich die Arbeit im Aktionskomitee teilen. Wir alle sind neugierig auf die Welt. Immer wieder macht sich jemand auf, um andere Länder zu sehen und dabei unsere Partner vor Ort zu besuchen. Wir sind auch neugierig auf das, was sich entwicklungspolitisch verändert. Durch die vielen Informationen werden heute Zusammenhänge unserer Lebensweise mit den Lebensbedingungen der Armen in der Welt sichtbar. Das hat zur Folge, dass dem Einzelnen mit Blick auf die Eine Welt Verantwortung in Verhalten und Konsum zukommt. Das beeinflusst auch den Blickwinkel bei der Prüfung neuer Projekte.
Und nun hoffen wir, dass Sie neugierig auf diesen „Tag der Begegnung“ geworden sind und dass Sie sich beim nachmittäglichen Programm und
abendlichen Plausch von unserem Elan anstecken lassen. Nachmittags werden wir Ihnen und uns das mit einem Kuchenbüfett versüßen und abends gibt es Kleinigkeiten zum Wein.
Doch auch zum Schlossgartenkonzert am Freitag, 30.05.08 um 18.oo Uhr laden wir herzlich ein.!
Wir freuen uns auf Sie!
Im Namen des Aktionskomitees der Aktion Kinderhilfe Münster e.V.
Ausstellungen werden von unserer Arbeit berichten:
Vom 05. Mai bis 07. Juni 2008 in der Stadtbücherei
vom 13.Mai bis 02. Juni in der Volksbank-Zweigstelle Wolbeck
Informieren können Sie sich auch am Info- und Verkaufsstand in der Stadtbücherei am 07.06.2008 von 10 15 Uhr
Freitag, 30.05.2008
18.00 Uhr: Schlossgartenkonzert mit der Gruppe Canto Sur
Samstag, 31.05.2008
Programm zum 40jährigen Jubiläum der Aktion Kinderhilfe Münster im
Pfarrzentrum der Gemeinde Hl. Kreuz, Maximilianstr. 59, Münster
Programm:
15.00 Begrüßung durch die Vorsitzende der Aktion Kinderhilfe Münster e.V., Frau Barbara Hümer
Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Münster
Anschließend: Kaffee und Kuchen
16.00 Kurzer Rückblick
40 Jahre Aktion Kinderhilfe
16.20 Aktuelle Berichte von unseren Projektpartnern
Brigitte Pleyer: Straßenkinder in Sucre/Bolivien
Michael Scholz: Aidswaisenprojekt in Sambia
Schwester Maria Goretti : Mädchen von der Straße in Brasilien
19.00 Duo Contraviento
Isabel Lipthay (Chile), Gesang
Martin Firgau(Münster), Gitarre, Percussion
20.00 Gemütlicher Ausklang bei Wein und einem kleinen Imbiss
40 Jahre „Vereinsleben“. Das war Anlass genug, einmal die Chroniken, Protokolle und Amtsgerichtsakten der „Aktion Kinderhilfe Münster e.V.“ durchzuarbeiten und einen „geschichtlichen Rückblick“ zu erstellen.
Der Verfasser dieses Rückblicks, Erwin Kilanowski, war von 1974 bis 1999 Mitglied im Aktionskomitee der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. und ab 1978 im Vorstand des Vereins tätig.

Er hat von 1968 bis 1973 und von 2000 bis 2003 in Bolivien gelebt und dort als Lehrer im Bildungs- und Ausbildungsbereich gearbeitet.
Der ausführliche „geschichtliche Rückblick“ kann bei der Geschäftsstelle der AHK angefordert werden.
Hier folgt eine Kurzfassung des Rückblicks:
Aktion Kinderhilfe Münster e.V.
40 Jahre Vereinsgeschichte im Überblick
Am 25. Juni 1968 gründen 19 Personen in Münster den Verein „ Terre des Hommes Aktion Friedensdorf Münster e.V.“
Der erste Vorsitzende ist Heinrich Karl Brambrink.
Der neu gegründete Verein ist Mitglied im Dachverband „Gesamtverband Aktion Friedensdorf e.V.“ (GAV) mit Sitz in Oberhausen.
Ziel des neuen Vereins in Münster und des GAV ist, kranke und kriegsverletzte Kinder und Jugendliche aus Notstandsgebieten wie Vietnam und Biafra nach Deutschland zu holen, um sie hier zu betreuen und nach ihrer Gesundung in ihre Ursprungsländer zurück zu bringen.
1969 wird in Münster der Vereinsname verändert:
„Kinderhilfe Aktion Friedensdorf e.V.“
Ab 1972 entstehen langfristige Kontakte mit monatlichen Unterstützungszahlungen des Vereins an soziale Einrichtungen der Hilfe für Kinder und Jugendliche im Ausland (zunächst in Bolivien und Brasilien).
1975 werden die bisherigen Hilfsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in Vietnam aufgegeben (Kriegsende in Vietnam).
1976 neuer Vereinsname: „Aktion Kinderhilfe Münster e.V.“
Das neue Konzept heißt: Kindern und Jugendlichen helfen, aber „vor Ort“.
Die Anzahl der langfristigen monatlichen Unterstützungszahlungen für institutionell angelegte Förderung von Kindern und Jugendlichen in Afrika, Asien und Lateinamerika wächst.
1978 tritt der Verein aus dem Gesamtverband der Aktion Friedensdorf e.V. aus.
1980 unterstützt der Verein 22 langfristige Hilfsmaßnahmen in Afrika, Asien und Lateinamerika mit regelmäßigen monatlichen Zahlungen. Parallel dazu werden Projekte auf Grund kurzfristig gestellter Anträge unterstützt.
1993: Der Verein AKH feiert sein 25-jähriges Jubiläum und lädt dazu Gäste ein.
1993: Die Vorsitzende (seit 1978) Frau Barbara Hümer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande.
1994: Der AKH wird vom „Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)“ das Spendensiegel zuerteilt. Bis zum aktuellen Termin ist das Spendensiegel stets neu der AKH zuerkannt worden.
2002: Die „Kinderhilfe Münster-Stiftung“ wird gegründet, um für den Verein weitere und stabile Einnahmen zu erhalten.
Seit 2003 unterstützt der Verein 13 institutionalisierte Hilfsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit monatlichen Zahlungen.
2006 wurden parallel zu den o. g. 13 langfristigen Unterstützungszahlungen Gelder an vier Projekte (Einmalzahlungen) gegeben.
Am 31. Mai 2008 feiert die Aktion Kinderhilfe Münster e.V. ihr 40jähriges Vereinsjubiläum.
Gerechtigkeit nicht erst im Jenseits
Gedanken zur Entwicklungspolitik
Wir von der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. haben uns schon immer auch mit entwicklungspolitischen Themen auseinandergesetzt. Wir haben die Erkenntnisse anderer Organisationen diskutiert und von ihnen gelernt. Eine davon ist das kirchliche Hilfswerk MISEREOR. Auch dieses hat in diesem Jahr ein Jubiläum. Es arbeitet seit 50 Jahren. Aus diesem Anlass ist das Magazin: „Mit Zorn und Zärtlichkeit“ erschienen, aus dem der folgende Artikel zitiert.
Natürlich arbeiten wir in viel kleinerem Rahmen. Außerdem sind wir nach unserer Satzung religionsneutral und handeln entsprechend. Unsere Gedanken zur Entwicklungspolitik aber finden wir hier bestätigt.
„Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt... Ein entwicklungspolitisches Credo“ (Auszug)
„Seit 1958 steht MISEREOR für das Bekenntnis der katholischen Kirche, sich an die Seite der Armen, Kranken, Unterdrückten und Ausgegrenzten zu stellen und mit ihnen den Kampf gegen Armut und für ein menschenwürdiges Leben aufzunehmen“.... Doch immer wieder braucht es Rechtfertigung. „Bischof Helder Camara...: ,Wenn ich den Armen zu essen gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich danach frage, warum sie arm sind, nennen sie mich einen Kommunisten.’...
Kardinal Frings, der MISEREOR vor 50 Jahren ins Leben rief, sah sich „von der Not Christi“, die er weltweit in den Armen und Leidenden erkannte, gedrängt...
Von Beginn an war allerdings klar, dass es nicht um Almosen gehen kann. Es geht um ein Miteinander. Entwicklungszusammenarbeit heißt nicht, den anderen zu entwickeln...
Es heißt: Wir entwickeln uns.
Beide Seiten sind Empfangende und Gebende. Nur so bauen wir an einer gerechteren, die Würde aller respektierenden, am Gemeinwohl orientierten Welt.
Wie erreicht man dieses Ziel?
Kardinal Frings hat zwei Grundpfeiler der Arbeit von MISEREOR benannt. Zum Einen sollen im biblischen Sinne, Werke der Barmherzigkeit’ geübt
werden: Krankenhäuser, Leprastationen, Armenapotheken und Volksküchen sollen eingerichtet und unterstützt werden...
Ebenso wichtig ist der zweite Grundpfeiler: Den Mächtigen, die die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bestimmen, soll ins Gewissen geredet werden. Denn sie haben den größten Einfluss auf das Leben der Menschen: im Guten wie im Schlechten.
Kardinal Frings hat klargemacht, dass strukturelle Veränderungen die größten Auswirkungen haben“... Eine Rentenreform, eine gerechte Steuerpolitik, eine gesunde Wohnungsbaupolitik schafft bessere soziale Verhältnisse als das noch so große Spendenaufkommen könnten....
„Chancengleichheit und Vorzugsbehandlung für die armen Länder sind wichtig: Nur so kann eine Armutsbekämpfung... gewährleistet werden...
Kardinal Frings hat sich so eindeutig zur Arbeit an den Strukturen- und damit an den Wurzeln der Armut - bekannt...
Daher versucht MISEREOR immer wieder klarzumachen, wie wichtig die politische Arbeit ist...
Solidarische, engagierte Menschen hier und Partner in den Südkontinenten, die sich mit der Welt, so wie sie ist, nicht abfinden, erheben ihre Stimme: in Nord und Süd. Gemeinsam.
Sie treten ein für nachhaltige Entwicklung: Die sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen müssen ausbalanciert werden. Denn auch die künftigen Generationen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Eine intakte Schöpfung und Umwelt können zu Recht auch unsere Kinder und Enkel erwarten. Hierüber entscheidet unser Lebensstil, unser politisches Handeln. Heute.
...Entwicklungszusammenarbeit muss also beides tun: die Armen zur Selbsthilfe befähigen, ganz konkret, in vielen kleinen Projekten. Und zugleich die Strukturen und Rahmenbedingungen ändern, damit die Erde Stück für Stück so wird, wie Gott sie gewollt hat. Denn wir wollen Gerechtigkeit nicht erst im Jenseits...“
Entwicklungshilfe aus der Sicht eines Afrikaners
Domitien Ndihokubwayo, geb. 1968 und aufgewachsen in der Nord-Provinz Burundis, kam 1992 nach Deutschland. Zwischen 1992 und 1993 besuchte er das Studienkolleg für ausländische Studierende an der Universität Münster. 1993 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er für sieben Monate als Hilfskraft an einer Schule arbeitete. 1994 Rückkehr nach Deutschland. 2004 beendete er sein Studium für Ethnologie, Wirtschaftspolitik und Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Nach seiner Rückkehr nach Burundi arbeitete er 3 Jahre lang bei „Care-International“ in Ngozi und bemüht sich, sein Wissen für den Wiederaufbau seines Heimatlandes einzubringen.
Afrika - Neuen Entwicklungsweg gehen
Fünfzig Jahre sind seit der Unabhängigkeitswelle in Afrika vergangen. Die Unabhängigkeit sollte bewirken, dass die afrikanischen Länder das politische, wirtschaftliche und soziale Schicksal ihres Kontinents selbst in die Hand nehmen. Theoretisch ist Afrika unabhängig, in der Realität aber wird das politische und wirtschaftliche Geschehen Afrikas von außerhalb bestimmt. Lassen wir den politischen Bereich beiseite und konzentrieren wir uns auf den wirtschaftlichen Bereich:
Es kann nicht daran gezweifelt werden, dass viele Menschen in Afrika in Armut leben. Obwohl jährlich große Geldsummen nach Afrika fließen, bleibt die erhoffte Entwicklung aus. Trotz des Misserfolges und ungeachtet der Schuldenberge finden die Entwicklungsexperten keine Entwicklungskonzepte, um Afrika aus dem Kreis der Unterentwicklung zu holen. Denn statt voran zu kommen, legt Afrika -was die Entwicklung angeht- den Rückwärtsgang ein. Werden die reichen Länder unbefristet Afrika unter die Arme greifen oder lassen sie es fallen? Wird irgendwann Afrika das Entwicklungsproblem selbst in den Griff bekommen?
Afrika wird den Anschluss an die Entwicklung finden und es hat unbegrenzte Potentiale, davon bin ich tief überzeugt. Die Frage bleibt aber: wie und wann? Ich möchte hier keine Diskussion um das Misslingen der Entwicklungshilfe eröffnen, aber sicher ist, dass Afrika sich nicht entwickeln wird, wenn es nur Entwicklungshilfeempfänger bleibt. Es muss schon eine aktivere Rolle als bisher spielen. Ich sehe hier vier strategische Achsen, die zugleich Bedingungen sind, die Afrika erfüllen muss, um sich zu entwickeln.
Erste Bedingung:
Der Frieden muss gesichert werden und die afrikanischen Länder müssen sich politisch zu demokratischen Rechtsstaaten entwickeln. Viele Entwicklungsexperten sind sich darin einig, dass die Kriege im unabhängigen Afrika alle Entwicklungsversuche vernichten.
Zweite Bedingung:
Der Zugang zum Wissen, das den internationalen Standards entspricht, muss garantiert werden. Damit auch Afrika in der Neugestaltung des Weltmarktes mitreden kann, reicht es nicht, wenn Afrika über die klassischen Produktionsfaktoren verfügt, ohne dass kompetente Führungskräfte vorhanden sind.
Dritte Bedingung:
Die Korruption muss radikal bekämpft werden und alles muss daran gesetzt werden, um Fälle von Misswirtschaft zu minimieren. Es ist allgemein bekannt, dass viele afrikanische Potentaten mittels Entwicklungshilfegelder ein luxuriöses Leben geführt haben bzw. immer noch führen, während die Mehrheit der Bevölkerung immer mehr in die Armut versinkt. Dort wo die Korruption das Sagen hat, dort ist auch der Krieg nicht weit entfernt.
Vierte Bedingung:
Das Bewusstsein muss sich in Afrika einstellen, dass die Entwicklung nicht aufoktroyiert wird, sondern dass sie erarbeitet wird. In der globalisierten Welt, die vom Wirtschaftsdenken getragen wird, muss sich Afrika anpassen und auch marktwirtschaftlich handeln.
Diese Bedingungen sind eine Grundlage für gute Arbeitsbedingungen, ohne die der Produktionsprozess behindert wird. Produktion aber ist der erste Schlüssel zu Wachstum und Entwicklung. Man wird nun fragen, woher das Kapital kommen soll? Wenn die Arbeitsbedingungen es zulassen und Afrika sich als ideale Investitionsstätte erweist, dann werden sicher weitere Investoren kommen (China, USA und Frankreich sind schon da), zumal Afrika vor Ort über viele Rohstoffe verfügt. Die Verlagerung der Produktionsstätten zugunsten Afrikas wird zur Belebung des Arbeitsmarkts und somit zur Stärkung der Kaufkraft führen. Im neuen Entwicklungskonzept für Afrika muss der Aufbau der Markwirtschaft im Mittelpunkt stehen. Die Gelder, die von Industrieländern nach Afrika fließen, sollen nicht aus Mitleid zur Verfügung gestellt werden, sondern sie müssen als Investitionen verstanden werden. Deshalb muss ein System entwickelt werden, das ermöglicht, dass die guten Investitionsprojekte finanziert werden. Die kleinen Hilfsorganisationen haben schon positive Ergebnisse damit erzielt.
Der Gedanke für die neue Entwicklungsstrategie wird sein, dass Afrika nicht tonnenweise fertige Produkte geliefert bekommt, sondern den Afrika-
nern vermittelt wird, durch die Produktion dem Wirtschaftskreislauf einen nachhaltigen Schub zu geben, der zur Entwicklung führen soll.
Angesichts der Rolle als Produzent, die Afrika spielen soll, ist es angebracht nicht von Hilfe zu reden, sondern von der Mitwirkung an der Entwicklung.
Canto Sur

Die südamerikanische Musikgruppe Canto Sur kommt anlässlich des 40jährigen Bestehens der Aktion Kinderhilfe Münster e. V. erneut nach Münster. Wie schon bei früheren Auftritten wird sie am Freitag, 30.5.08, um 18 Uhr im Schlossgarten den Zuhörern landestypisch geprägte Musik präsentieren.
Die Gruppe kommt aus Sucre in Bolivien. Der Leiter, Vicente Vargas, betreibt dort seit 1994 eine Musikwerkstatt. Nach 13 Jahren Aufbauarbeit ist eine Musikschule mit eigenen Räumlichkeiten, mit vielfältigen musik- und sozialpädagogischen Aktivitäten entstanden, die hauptsächlich den Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien der Vorstadtviertel zugute kommen. Ziele und Fundamente der Arbeit sind die Bewahrung des kulturellen Erbes und der Kampf gegen die Armut.
Das gemeinsame Musizieren stärkt den Zusammenhalt der einfachen Bevölkerungsschicht, die Auftritte bei Musikveranstaltungen in Bolivien tragen dazu bei, die Identität der einheimischen Bevölkerung zu wahren und weiterzutragen.
Vicente Vargas ist eine charismatische Person. Er betreibt seine Arbeit aus einer Intuition heraus, die jugendliche und erwachsene Schüler begeistert.
So kann er einer breiten Bevölkerungsschicht mit Hilfe von Kunst und Kultur wesentliche Elemente der menschlichen Entwicklung vermitteln. Canto Sur hält es für möglich, dass diese grundlegenden künstlerischen und kunsthandwerklichen Fertigkeiten zu einer Veränderung der Situation in Bolivien beitragen können.
Die Musiker beherrschen die traditionellen Instrumente exzellent, genauso gut spielen sie aber auch die E-Gitarre und gerade diese Mischung aus Tradition und Moderne bietet ein mitreißendes Programm.
Der Eintritt ist frei, erbetene Spenden fließen in die Jugendarbeit von Canto Sur
Nachfolgend stellen sich der Vorstand und die Mitglieder des Aktionskomitees der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. in Wort und Bild vor.
So können auch Sie sich ein „Bild“ von den Personen machen, die sich regelmäßig einmal im Monat mit den vielen Anträgen und Wünschen unserer Partner in der „sogenannten Dritten Welt“ befassen und ihre Mitgliedbeiträge und Spenden nach gründlicher Prüfung den „Bedürftigen“ zur Verfügung stellen.
Der Vorstand der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. im Jahre 2008

v.l.: Barbara Hümer, Petra Bröcker, Heinrich Fischer, Ingrid Demming, Gerd Grahlmann
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Barbara Hümer, Münster, Vorsitzende.
Seit Anfang bei der Aktion Kinderhilfe tätig. Seit 1971 Vorstandsmitglied. Seit 1978 Vorsitzende.
Kurz nach Gründung des Vereins wurde ich aus meinem privaten Freundeskreis angesprochen, ob ich nicht "mitmachen" wollte. Die Ziele des Vereins, benachteiligten Kindern in den armen Ländern eine Chance für ein Leben in Würde zu geben, haben mich überzeugt, und so bin ich seit etwa 1969 aktiv dabei.
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Heinrich Fischer, Rektor i.R., 48366 Laer, stellvertretender Vorsitzender
Seit 1985 Mitglied im Aktionskomitee
Seit 1999 Vorstandsmitglied und stv. Vorsitzender
Mehrere Besuche bei unseren Partnern in Bolivien, Peru, Israel, Kamerun und Burundi.
Die Auslandsbesuche haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Respekt vor der Arbeit der Partner vor Ort gewachsen und damit die Notwendigkeit unserer Unterstützung angesagt ist.
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Gerd Grahlmann, Münster, Schatzmeister
Studium der Agrarökonomie mit dem Schwerpunkt Entwicklungsländer
Bei der Landwirtschaftskammer NRW drei Jahrzehnte u.a. für ländliche Regionalent-wicklung zuständig gewesen. Besuch nahezu aller Partner vor Ort mit jeweils einigen Aktionskomiteemitgliedern in Südamerika und Indien. Einsatz für hohe Sozialeffizienz der Kinder-hilfe-Vorhaben durch SelbsthilfeFörderung in den Bereichen Schulerfolg bei Kindern, Berufserfolg bei Jugendlichen und gemeinnütziger Unternehmensgründung bei unseren Partnerinstitutionen.Seit 25 Jahren Schatzmeister des Vereins und seit 5 Jahren der Stiftung
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Petra Bröcker, Lehrerin, Münster, Pressesprecherin
Seit 22 Jahren dabei. Ich setze mich in meinem Lebensumfeld für solidarisches Handeln ein. Vor Ort möchte ich die Aktivitäten der Menschen für Gerechtigkeit unterstützen. 2 Mal habe ich in Bolivien und Peru die Projekte besuchen können. Ich habe große Achtung vor den Engagierten in den Projekten, die sich für Gerechtigkeit und ein menschenwürdiges Leben ihrer Schützlinge einsetzen.
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Hermann Bröcker, Münster
65 Jahre alt, Studiendirektor im Ruhestand mit den Fächern Mathematik und Sport, seit etwa 10 Jahren Mitglied im Aktionskomitee, als Lehrer immer interessiert an Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, überzeugt von der Notwendigkeit zu helfen, wo es nötig ist.
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Ingrid Demming, Lehrerin, Sendenhorst, Schriftführerin
Als ich 1970 von einem 2-jährigen Aufenthalt als Entwicklungshelferin in Afghanistan an die Krankenhaussonderschule in Sendenhorst, zu-rückkehrte, fand ich dort drei Kinder aus Biafra und drei aus Vietnam vor. Diese waren von dem gerade gegründeten Verein hierher vermittelt worden. Das war der Anfang meiner Mitarbeit in der Aktion Kinderhilfe Münster e.V., die allerdings durch einen 5-jährigen Aufenthalt in der Türkei unterbrochen war.
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Josef Demming, Lehrer, Sendenhorst
Die Arbeit der „Aktion Kinderhilfe Münster e.V.“ ist mir von ihren Anfängen an vertraut.
1978 war ich auch kurzfristig im Vorstand. Nach meinem Ruhestand wurde ich
2003 in das Aktionskomitee gewählt und arbeite seitdem aktiv mit. Durch Aufent-halte in Afghanistan (2 Jahre) und in der Türkei (5 Jahre) habe ich die Probleme der Entwicklungshilfe kennen gelernt.
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Cilly Heisterborg, Rentnerin, Münster
Seit der Gründung 1968 im Verein aktiv.
Nach mehreren Auslandsbesuchen in Bolivien, Peru, Brasilien und Israel habe ich mit über 50 Dia-Vorträgen die Öffentlichkeit über die Arbeit der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. informiert und viele neue Mitglieder geworben.
Ich war 30 Jahre lang bis 1998 als Bilanz-buchhalterin für die Aktion Kinderhilfe Münster tätig. Die Not der Kinder direkt zu lindern, ist mir ein Herzensbedürfnis.
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Erika Brambrink, Münster, Lehrerin i.R., 3 Söhne
Mitbegründerin des Vereins „Terre des Hommes-Aktion Friedensdorf Münster e.V. 1968
Bei vielen Auslandsreisen: Konfrontation mit dem Elend, der Armut und Kriegsbeschädigungen der Menschen dort.
Lebendige Kontakte zu Menschen ebendort
Seit 2004 wieder Mitglied der AKH, als Entschluss, mich auch intensiver wieder mit Hilfsaktionen der Entwicklungshilfe und Information von Öffentlichkeit
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Herbert Kordy, 49536 Lienen
Stadtvermessungsamtsrat i.R.
Als Freiwilliger des DED von 1965-1967 in Kamerun eine Ausbildungsstätte für 10 Vermessungstechniker aufgebaut
Als Sachverständiger mit UNDP von 1970 1971 Luftbildkartenherstellung in Jamaika
Bürgerarbeit im Rat der Gemeinde Lienen von 19941999
Agenda 21Arbeit in Münster von 1996- 1998
Seit 2000 Mitglied Im AK der Aktion Kinderhilfe Münster e.V.
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Friedhelm Jungmann, Münster, Physiotherapeut
Seit ca 7 Jahren bei der Aktion Kinderhilfe aktiv und seit 2004 im Aktionskomitee. Nach Rückkehr unserer Familie aus einem Straßenkinderprojekt der Salesianer Don Bosco in Santa Cruz Bolivien sind wir auf dem Weltkindertag im Südpark auf die Kinderhilfe Münster aufmerksam geworden. Seit dem macht die Arbeit viel Spaß und unsere Zeit ist für eine wertvolle Sache gut eingesetzt.
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Klaus, Beckers, Münster
geb. 1950 in Rheine
wohnhaft in Havixbeck
verheiratet, 3 Kinder
ehemals Rechtsanwalt und Notar, jetzt Hausmann
Mitglied im Aktionskomitee seit Sommer 2007
Auf zahlreichen Reisen in fremde Länder ist meine Motivation gewachsen, mich für Menschen zu engagieren, die in benach-teiligten Verhältnissen leben.
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Rüdiger Winter, Dipl. Ing , Havixbeck
verheiratet, 2 erwachsene Kinder.
Seit 2007 Mitglied im Aktionskomitee.
Nach Abschluss der beruflichen Laufbahn suchte ich eine sinnvolle soziale Tätigkeit, die ich bei der „Aktion Kinderhilfe Münster e.V.“ fand.
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Ingrid Fürstenberg, Münster
68 Jahre alt. In erster Karriere Krankenschwester. 1965-67 als freiwillige Helferin mit dem DED im Iran lokales Personal in praktischer Krankenpflege und Kinderpflege ausgebildet. Danach 30 Jahre in verschiedenen Ländern in Asien, Afrika und, zwecks Studium, in den USA.
In zweiter Karriere Grundschullehrerin. Mit meinem Engagement möchte ich etwas zurückgeben von dem was ich, dank des Zufalls meines Geburtsortes, vom Leben bekommen habe.
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Die Aktion Kinderhilfe Münster e.V. engagiert sich an vielen „Brennpunkten“ unserer Welt.
Stellvertretend für die vielen Unterstützungsmaßnahmen, die von der AKH mitfinanziert werden, seien hier drei Maßnahmen ein wenig ausführlicher dargestellt und zwar:
- Unterstützungsmaßnahem für indische Kinder im schulischen Bereich
- Schulische Förderung brasilianischer Mädchen
- Aidshilfe in Sambia
- Straßenjungenprojekt Oqhariquna in Sucre / Bolivien
Schulerfolge für besonders arme indische Kinder
Schwester Gerburg aus Westfalen (aus der Familie Auf der Heide, Ennigerloh) lebt seit Jahrzehnten in Indien und schon jahrelang im ländlichen Pithora bei Raipur in Zentralindien.
Diese zierlich wirkende Franziskanerschwester hat mit selbstloser Willensstärke aus christlicher Nächstenliebe ihr Leben den hilfsbedürftigen indischen Kindern gewidmet.
Sie leitet mit ihren 72 Jahren voller Energie und Lebensfreude den örtlichen Konvent, dem u.a. Krankenschwestern und Lehrerinnen angehören.
Der Franziskanerorden betreibt in Pithora eine Ambulanz, Vorschule und je eine Hindi- und Englisch- Medium School.
Zu ihrem Ordensjubiläum ist sie derzeit in Münster, leider muss sie doch vor unserem Vereinsjubiläum zurückreisen.

Westfalentreffen in Zentralindien
Das einem täglichen Stock-Car-Rennen gleichende Autofahren in Indien beherrscht Schwester Gerburg souverän mit dem nötigen Gottver-trauen. Sie brachte ihre Kinderhilfe-Gäste Barbara Hümer, Gerd Grahl-mann und Hermann Bröcker Ende 2006 nach drei sehr schönen und informativen Tagen in 3 Stunden sicher von Pithora zum Flughafen Raipur zurück.

Spielplatz der Vorschule
Vor über 20 Jahren wurde bei einem Heimatbesuch unsere Hilfe eingefädelt. Derzeit dienen die jährlichen 3.700 € der Bezahlung der Schulkleidung und Lernmaterial für besonders arme Kinder, dort zumeist Hindus, kaum Moslems oder Buddhisten. Die Einsicht in die Sozialdatenblätter ergab, dass von uns kaum Kinder von Bauern, sondern hauptsächlich von Hilfsarbei-tern gefördert wurden.

Die Eltern dieses Mädchens könnten Schulkleidung und Lernmaterial nicht bezahlen,
die Förderung unseres Vereins macht den Schulbesuch möglich.
Brasilianische Mädchen durch Schulförderung schützen
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Stadtmädchen
in einer ländlichen Halbtagsförderschule bei Sao Luis/Amazonas
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Sr Bonaventura, B. Hümer und Sr Maria Goretti im Mädchenheim in Sao Luis / Amazonas
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Auch in den Favelas in Sao Luis an der Amazonasmündung sind die jungen Töchter von oft allein erziehenden Müttern durch das alltägliche Straßenleben sehr gefährdet.
Dort betreiben die Olper Franziskanerinnen im ländlichen Umfeld ein Mädchenhaus, in dem eine den zwingenden Schulbesuch begleitende Halbtagsförderung in schulischer, musischer, hauswirtschaftlicher und gärtnerischer Ausbildung geboten wird. Eine Ordens-Sozialarbeiterin hält den Kontakt zu den Eltern und wählt die Mädchen aus. Ihren Dienst-VW-Käfer und Einrichtungsgegenstände für Räume und Gelände haben wir aus den Einnahmen der WN-Aktion aus 2003 bezahlt. Danach beschlossen wir einen Förderbeitrag von jährlich 6.000 € aus allgemeinen Vereinsmitteln.
Förderkontakte zu den Olper Franziskanerinnen im Amazonasgebiet haben wir schon seit Jahrzehnten (Lago da Pedra und Belen).
Schwester Bonaventura ist unserer Vorsitzenden Barbara Hümer schon seit Schulinternatszeiten gut bekannt. Aus Gesundheitsgründen hat ihre Ordensschwester Maria Goretti die Leitung des Mädchenhauses übernommen.
Sie wird bei ihrem Besuch in Münster in ihrer aufgeschlossenen Art die Risiken des Straßenlebens, aber umso mehr die Chancen dieser Mädchenförderung aus täglicher Erfahrung verdeutlichen können.

Die Dankbarkeit der Favelabewohner für die Arbeit von Sr. Maria Goretti erlebten wir hautnah.
Limulunga
Unser Partner Michael Scholz lebt in Sambia und wird am 31. 5 08 berichten.

Michael Scholz ist Initia-tor und Vorsitzender des Limulunga e.V.
Die Geschichte des Vereins begann im Jahr 1979, als er als Entwick-lungshelfer nach Sambia ging. Während er in Mongu in der Lehrerausbildung tätig war, lernte er 1980 seine heutige Frau Annie Mulako kennen. Sie heirateten noch im selben Jahr und bekamen 3 Kinder. So begann eine immer enger werdende Verbindung zu diesem Land und seinen Menschen.
Schon 1989 wurde Annies Familie von Aids heimgesucht. Alle ihre Geschwister verstarben durch diese Krankheit, zurück blieben die Kinder. Sie werden jetzt von ihrer Großmutter versorgt. Annie und Michael wurden sensibel für das Schicksal vieler weiterer Familien, die gleiches erleben mussten. Daraufhin gründeten sie das Projekt, das zum Ziel hat, diesen Waisen ein neues zu Hause und eine fundierte Ausbildung zu geben.
Wir haben schon in anderen Rundbriefen darüber berichtet, wie Rebecca, Lucy, Charity und ihre neuen Geschwister heute mit ihrer neuen „Mutter“ und ihren neuen „Großeltern“ wieder lachen können.
Das Projekt versucht auch durch Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten unabhängiger von Spenden zu werden. Schon bald wird ein neues Haus fertig sein, in dem wieder Kinder mit ihrer Hausmutter einziehen können.
Oqhariquna
Brigitte Pleyer lebt seit 1989 in Bolivien. Mit 45 Jahren wollte sie als
Ökotrophologin mit vielen Jahren Berufserfahrung etwas Anderes, Besonderes machen. Durch zufällige Begegnung mit unserem langjährigen
2.Vorsitzenden Erwin Kilanowski wurde der Wunsch nach „Bolivien“ groß. Finanziell und persönlich unabhängig verließ sie Österreich und arbeitete in Sucre in staatlichen sozialen Einrichtungen.
Dabei lernte sie Gonzalo Miranda kennen. Beiden wurde klar, dass sie private Initiative ergreifen mussten, um für benachteiligte Kinder, die mit ihren Eltern in die armen Stadtrandzonen gezogen waren, Betreuung und Bildung anbieten zu können.

So entstand 1994 „Oqharikuna“. Das Straßenjungenprojekt wurde damals von einem bayrischen Großsponsor und mit einer hohen Summe von der Aktion Kinderhilfe Münster e.V. gefördert. Heute erwirtschaften der zugehörige Bauernhof mit Kleinmolkerei, die Tischlerei und die Tankstelle soviel, dass die Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern deutlich geringer wird.
Immer wieder hatte Brigitte Pleyer zündende Ideen. Sie schaffte z.B. eine Eismaschine an, sie holte einen Spezialisten für Käseherstellung ins Haus, um die erzeugte Milch zu verwerten und abzusetzen. Sicher wird sie am „Tag der Begegnung“ von neuen Ideen und Plänen berichten. Wir sind gespannt...
Die Arbeit im AK
Das Aktionskomitee ist der Mittelpunkt des Vereins. Ihm gehören die aktiven Mitglieder des Vereins an, die die erforderliche Arbeit zur Verwirklichung des Vereinszwecks erbringen. Wie diese Tätigkeit in der Praxis aussieht, soll nachfolgend kurz dargestellt werden.
Das Aktionskomitee wählt aus seiner Mitte den Vorstand des Vereins.

Viel Arbeit erfordern die Erledigung der anfallenden Korrespondenz, der Finanzangelegenheiten sowie die Beschaffung und Verarbeitung von Informationen über einzelne Projekte und in Arbeitsgruppen die inhaltliche und formale Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit.
Im Aktionskomitee werden die Leitlinien für das Wirken des Vereins
diskutiert, aufgestellt und umgesetzt.
So wurden beispielsweise die Kriterien zur Förderung von Projekten wie folgt entwickelt:
Projektinitiative ausgehend von Menschen vor Ort;
mitbestimmende Beteiligung Einheimischer bei der Konzeption und Durchführung;
Förderung der Eigenständigkeit mit dem Ziel der finanziellen Unabhängigkeit;
Vertrauenswürdigkeit der Verantwortlichen vor Ort;
Beibringung geeigneter Verwendungsnachweise etc.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Aktionskomitees besteht darin, Förderungsanträge auf die Übereinstimmung mit diesen Projektkriterien hin zu prüfen.
Ein weiterer bedeutsamer Tätigkeitsbereich ist die Öffentlichkeitsarbeit. Themen sind beispielsweise
die Präsenz des Vereins im Internet,
das Entwerfen von Informationsmaterial wie Broschüren, Flyern etc.
die Entwicklung, der Aufbau und die Betreuung von Informationsständen mit Ausstellungswänden über die Arbeit vor Ort
die Durchführung von Informationsveranstaltungen zu einzelnen Projekten (beispielsweise anlässlich des Besuchs eines Projektbetreuers).
Es gibt viele Gründe, sich im Aktionskomitee zu engagieren. Besonderer persönlicher Voraussetzungen bedarf es nicht; jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen.
Wer die Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher wichtig findet und sich dafür einsetzen möchte, findet in dem Aktionskomitee einen Rahmen, in dem Ideen und Arbeitskraft eingebracht werden können. Dabei handelt es sich um eine sinnvolle und damit befriedigende Tätigkeit zusammen mit Gleichgesinnten. Die Arbeit bereichert nicht zuletzt dadurch, dass sie sich mit fremden Ländern und Kulturen befasst und die Auseinandersetzung mit den politischen Verhältnissen bei uns und in anderen Ländern erfordert.
Die zu 100% ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder des Aktionskomitees ermöglicht es dem Verein, den Kostenanteil für die Verwaltung unter 10% zu halten, sodass dem Verein auch auf den letzten Antrag hin das DZI Spendensiegel nicht nur mit der Einstufung als besonders transparent, sondern auch als besonders effizient verliehen wurde.
Werbungskosten zur Spenden-Akquisition

In den letzten 14 Jahren ließen wir regelmäßig unsere Vereinsunterlagen vom „SpendenTÜV“ DZI in Berlin prüfen. Der Verein erhielt jeweils das Prüfsiegel und wurde mit Werbungs- und Verwaltungskostenanteilen zwischen 5 und 9 % der Gesamtausgaben in die Gruppe mit den besonders niedrigen Kosten eingeordnet.
Wir richten nicht über andere Organisationen mit aufwendigeren Aufgaben (z.B. Kata-strophenhilfe) oder viel größerem Haushalts-volumen und somit den Kosten für hauptamtliche Mitarbeiter.
Unseren sehr niedrigen Kosten durch gern erbrachte ehrenamtliche Arbeit von aktiven Mitgliedern müsste der Wert dieser Arbeit als Aufwand zugeordnet werden. Nur so kann der z.B. von „Illustrierten“ erhobene Vorwurf entkräftet werden, dass mit einem so geringen (Werbungs- und) Verwaltungskostenanteil die „Dritte Welt“-Hilfe nicht verantwortlich zu lenken sei.
Bei der Gewinnung neuer Mitglieder und Spender haben wir in den letzten 25 Jahren bewusst auf aufwendige Werbekampagnen verzichtet, weil die schnelle Kostendeckung in Probeläufen nicht gegeben war. Mit persönlicher Überzeugungsarbeit bei Infoständen und Veranstaltungen konnten wir zwar nicht die hohe Mitgliederzahl der Gründungsjahre erhalten, wohl aber wegen höherer Beiträge die Einnahmen stabilisieren.
In den letzen Jahren gelingt uns aber auch dies immer weniger. 40 Jahre nach der Vereinsgründung trifft uns durch den Tod treuer Mitglieder unsere überalterte Mitgliederstruktur unerbittlich. Austritte wegen Unzufriedenheit mit der Vereinsarbeit gab es unseres Wissens nach nicht.
Die Tatsache, dass (durch EDV namentlich bekannte) 80 Spender schon fünf Jahre nacheinander für den Verein gespendet haben, macht dagegen Hoffnung. Dass allerdings nur ca. 10% der Erstspender im zweiten Jahr noch einmal spenden, zeigt einen Weg für gezielte Überzeugungsarbeit auf.
Doch allein mit Mehrarbeit der aktiven Mitglieder lassen sich die notwendigen neuen Mitglieder und Spender nicht gewinnen. Wir arbeiten schon jetzt nah am Limit.
Im Gründungsjahrzehnt haben die Aktiven mehrfach erhebliche Werbungskosten aufgewendet, die sich manchmal erst im Folgejahr auszahlten.
Vielleicht müssen wir nach dem Jubiläum den Mut zu einer gut vorbereiteten Werbungsaktion aufbringen: Dies wäre eine Investition in die notwendige Stabilisierung der Mitglieder- und Spenderzahlen.
Nur so können wir unsere Selbsthilfeförderung mit unseren Partnern vor Ort langfristig sichern.
Eine Bitte unserer Buchhaltung: Geben Sie bitte immer Ihre vollständige Anschrift auf dem ?berweisungsträger an, damit wir Ihnen die Spendenquittung ordnungsgemäß ausstellen können. Wenn Sie umziehen, sollten Sie uns Ihre neue Anschrift auch mitteilen. Vielen Dank!!
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Aktion Kinderhilfe Münster e.V. - Rumphorstweg 71, - 48147 Münster
Telefon / Fax (02 51) 27 48 04, - E-Mail: akh.ms@t-online.de
Bürozeiten: nur dienstags von 16.oo bis 18.oo Uhr

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